Christof Wandratsch will Starnberger See durchschwimmen

Rekordjagd in Münchens Badewanne – Bayerisches Fernsehen filmt

21 km ist sie lang, die Badewanne Münchens, wie der Starnberger See liebevoll genannt wird. Dort wo der Märchenkönig Ludwig II. einst auf mysteriöse Weise ums Leben kam und Star-Fußballer Michael Ballack heute Hochzeit feiert, startet Langstreckenschwimmer Christof Wandratsch vom SV Wacker Burghausen heute seinen nächsten Rekordversuch. Einmal durch den ganzen See. Und das Bayerische Fernsehen ist mit dabei.


Tropische Flüsse, Meeresbuchten, den Ärmelkanal, die Straße von Gibraltar – »Wandi« hat schon viele Gewässer durchschwommen im Laufe seiner langen Karriere. Doch auch mit 41 Jahren ist der gebürtige Franke noch nicht müde. Im Gegenteil: Er macht sich vielmehr auf zu neuen Ufern.


Nun also der Starnberger See. Bei 7:35 Stunden steht die bisherige inoffizielle Bestmarke für die Strecke von Starnberg im Norden nach Seeshaupt im Süden. Wandratsch will sich diesen Rekord holen. Wie schon so viele zuvor. »Ich weiß nicht, was mich erwartet«, sagt er und verweist auf die bisherige Zeit, die nicht gerade furchterregend klinge. »Aber vielleicht gibt es im See ja ein paar Strömungen, die uns Schwimmern das Leben schwer machen. « Gemeinsam mit seinem langjährigen Trainer Stefan Hetzer sowie seinen Betreuern Peter Erl und Matthias Hofmann im Begleitboot hofft er aber, die richtige Linie zu finden.

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mission scheinen ideal: Eine Lufttemperatur von 28 Grad wird für die Region Starnberg vorhergesagt, mit leichter Gewitterneigung in den Abendstunden. Auch das Wasser hat mit knapp über 20 Grad für Langstreckenschwimmer nahezu Badewannentemperatur. »Der Ärmelkanal hat selbst im August nur selten mehr als 16 Grad«, erzählt Wandratsch, »das macht die Sache nochmal um einiges härter. «
Apropos Ärmelkanal: Die 35 km von Dover nach Calais stehen heuer auch wieder auf dem Programm des Ausnahmesportlers aus Haiming. 2005 hatte er hier einen Weltrekord aufgestellt, in 7:03 Stunden das eiskalte Wasser des Kanals durchkrault. Eine Marke, die immerhin bis letzten August gehalten hat. Dann kam der mehrfache Langstrecken-Weltcupsieger Petar Stoichev aus Bulgarien und durchbrach als erster Mensch die 7-Stunden-Marke. 6:57:50 lautet nun das Maß aller Dinge. Diese Zeit will Wandratsch knacken. »Das wird mein erster persönlicher Saison-Höhepunkt«, sagt der Hauptschullehrer. Nummer 2 folgt mit dem Ironman-Triathlon auf Hawaii im Herbst, für den er eine Wildcard erhalten hat.
Die spektakuläre Rekordjagd vor dem Bilderbuch-Panorama des Starnberger Sees ist also nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu den echten Herausforderungen. Das Bayerische Fernsehen hat eine Film-Produktionsfirma beauftragt, tolle Bilder einzufangen, wenn sich Wandratsch ins Wasser stürzt. Zu sehen sind diese dann in der Abendschau in der Rubrik »Das Abendschau-Experiment« am 30. Juli um 18 Uhr im Dritten Programm.

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